Was kostet ein Meter Wasserleitung?
- Kilian Meier-Voser

- 30. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Man dreht den Hahn auf, und Wasser fliesst. Selbstverständlich. Denkt man.
Unter unseren Füssen liegt ein unsichtbares Netz. In Wiliberg umfasst dieses Netz rund sechs Kilometer an Leitungen. Das klingt nach wenig. In Wirklichkeit liegt jedoch ein Vermögen im Boden. Die Gemeinde plant, überwacht, unterhält und ersetzt dieses Netz.
Die Frage «Was kostet ein Meter Wasserleitung?» tönt einfach. Die Antwort ist aber komplex.
Es geht selten nur um Röhren. Der Boden muss geöffnet und wieder zugeschüttet werden. Strassen werden aufgebrochen und instand gestellt. Zugänge, Leitungsführung und der Anschluss an das bestehende Netz stellen unterschiedliche Anforderungen. Jedes Projekt ist anders.
So kostet ein Meter Wasserleitung oft zwischen 1’500 und 2'000 Franken, manchmal auch mehr. Und wenn es um ein Leitungsnetz von sechs Kilometern geht, sind nicht nur die Investitionskosten hoch, sondern auch dessen Wert, der sich im zweistelligen Millionenbereich bewegt. Hier beginnt das eigentliche Thema: der Werterhalt.
Wasserleitungen erneuert niemand aus Laune. Die Gemeinde muss handeln, bevor Probleme entstehen. Wer zu lange wartet, zahlt oft doppelt: für Notfälle, Schäden und Folgekosten. Wer richtig plant, hält das System stabil.
In Wiliberg hat die Gemeinde in den letzten Jahren gezielt investiert: in die Aufbereitung, die Förderung, das Netz und die Gewässerschutzzonen. Das ist unspektakulär, ist aber richtig und notwendig.
Hinzu kommt der Betrieb. Rund 60’000 Franken pro Jahr fliessen in den Unterhalt. Das sind etwa 10 Franken pro Meter. Das tönt nach nicht viel, ist aber für eine Kleinstgemeinde wie Wiliberg eine Herausforderung.
Die Einnahmen aus Wasserzinsen liegen bei knapp 60'000 Franken und vermögen den Aufwand gerade so zu decken. Der Unterhalt hält das System am Laufen, ersetzt aber nicht die Erneuerung.
Jeder Meter erreicht einmal das Ende seiner Lebensdauer. Dann reichen Pflegearbeiten nicht mehr aus. Dann braucht es Investitionsentscheidungen.
Vielleicht denkst du beim nächsten Glas Wasser kurz daran, was es alles dafür braucht.


Bau und Unterhalt der Wasserleitungen sind das Eine, eine hohe Trinkwasserqualität das Andere. Auch dafür ist in der Schweiz überall gesorgt und das schätze ich sehr. Das wird mir jedes Mal bewusst, wenn ich auf Reisen bin und Trinkwasser in Flaschen kaufen muss, weil das Hahnenwasser entweder unsauber ist oder so sehr nach Chlor schmeckt, dass man sich in einem Schwimmbad wähnt.